Tarifvertrag im kfz gewerbe

05 Aug Tarifvertrag im kfz gewerbe

5 Vgl. z. B. Jobert (2010) über die Verteilung dieser Art von Vereinbarungen bei Tarifverhandlungen auf Betriebsebene über die Arbeitszeit; oder Docks (2008) über die Entstehung dieser Art von Vereinbarungen auf branchenübergreifender Ebene. 9In diesem Artikel untersuchen wir, wie Unternehmen bei der Festlegung ihrer Lohnpolitik branchen- und unternehmensnahe Tarifverhandlungen miteinander verknüpfen, indem sie sich auf querverweisende Informationen zur REPONSE-Erhebung 2004-2005 und zwei Fallstudien stützen (siehe Kasten 1). Der erste Teil enthält die Ergebnisse einer Typologie der Formen der Lohnregulierung in französischen Betrieben. Der zweite Teil erweitert die statistische Analyse durch die Ermittlung der relativen Gewichte von Tarifverhandlungen auf Unternehmens- und Industrieebene in zwei Branchen – automobilbaulich und Callservice-Zentren. Der dritte Teil analysiert die Themen der zwei Ebenen der Tarifverhandlungen, der Industrie und der Unternehmensebene, und untersucht die inhaltliche Differenzierung der Tarifverhandlungen nach den Ebenen der Lohnregulierung. Schließlich geht es im letzten Teil um die Existenz anderer Lohnregulierungsniveaus. Zwei Bereiche werden hier diskutiert: das Gewicht der individuellen Ebene, nämlich das Verhältnis zwischen dem Arbeitnehmer und seinem direkten Vorgesetzten vor dem Hintergrund steigender individueller Vergütungen, und der erhebliche Einfluss von Akteuren, die außerhalb des Unternehmens sind, in diesem Fall Auftragnehmer und die Leiterunternehmen in Unternehmensgruppen. 56Fallstudien bestätigen das Gewicht der Individualisierung der Löhne parallel zur Entwicklung einer Kompetenzbegründung für ETAM22 beim Automobilhersteller sowie die Entwicklung von Leistungsprämien in Call-Service-Centern für Telefonberater und Vorgesetzte.

Diese Praxis ist nicht neu: Sie wird seit langem auf Manager und Fachleute angewendet. In diesem Zusammenhang wird in Fallstudien hervorgehoben, inwieweit die Situation von Führungskräften und Fachleuten außerhalb des Rahmens von Tarifverhandlungen liegt. Die Situation von Managern und Fachleuten des Automobilherstellers wird bei den obligatorischen jährlichen Tarifverhandlungen einfach nicht angesprochen. Wie im Tarifvertrag für „Ingenieure und Führungskräfte und Berufstätige in der metallverarbeitenden Industrie“ vom 13. März 1972 angedeutet, sind Führungskräfte und Berufstätige eingeladen, mit ihrem Vorgesetzten „periodisch“ über Beförderung, Laufbahnentwicklung und Lohnerhöhungen zu diskutieren. 38Im Allgemeinen zeigt die statistische Analyse des Verhandlungsinhalts einen deutlichen Unterschied zwischen den auf Unternehmensebene behandelten und den auf Branchenebene erörterten Themen. Dieser Unterschied spiegelt die von Saglio (1986, 1999, 2007) gemeldete Unterscheidung zwischen der Rolle der Lohnregulierung, die in Tarifverträgen auf Branchenebene besteht, und der Lohnfestsetzung wider, die den Unternehmen vorbehalten ist. Die Branche bleibt der Rahmen für die Festlegung der Lohnhierarchie, das Unternehmen bleibt Der Ort für Diskussionen über die Höhe und die Formen der Vergütung.